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Tagungsbericht zu den Dresdner Grundwassertagen 2015

Grundwasser-Experten konferieren in Dresden über die Zustandsverbesserung von Gewässern

 

Die Dresdner Grundwassertage 2015 fanden am 02./03.06. in der Dreikönigskirche Dresden statt. Rund 200 Experten aus Wirtschaft, Behörden und Forschung folgten der Einladung des Dresdner Grundwasserforschungszentrums e.V., um sich zur „Zustandsverbesserung von Gewässern durch Minderung von Übertritten belasteter Grundwässer“ auszutauschen. Die hochkarätig besetzte Fachtagung stand wieder unter der Schirmherrschaft des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) und in Kooperation mit dem BWK Landesverband Sachsen und der TU Dresden, Institut für Grundwasserwirtschaft durchgeführt.

 

 

Zu Beginn der Veranstaltung wurde traditionell der Dresdner Grundwasser-forschungspreis 2015 von der Stiftung zur Förderung der Wissenschaftlichen Schule Zunker-Busch Luckner an herausragende Dissertationen verliehen. Der Vorsitzende der Vergabe-Jury, Herr Prof. Dr. Frank Börner (TU Berlin) zeichnete Herrn Dr. Aki Sebastian Ruhl (promoviert an der TU Berlin) sowie Herrn Dr. Marc Walther (promoviert an der TU Dresden) aus.

 

 

In den anschließenden Fachvorträgen standen in diesem Jahr aktuelle Probleme und ihre Lösungsansätze zur Zustandsverbesserung von Gewässern durch Minderung von Übertritten belasteter Grundwässer im Mittelpunkt, wie sie sich vor allem beim Aktiv- und Sanierungsbergbau in den neuen Bundesländern ergeben.

 

 

Der Vortragsblock 1, moderiert von Herrn Kraus (zuständiger Abteilungsleiter im Sächs. Umweltministerium - SMUL), diente der Reflektion aktueller rechtlicher Rahmenbedingungen und dem Aufzeigen der sich ableitenden Handlungserfordernisse. Herr Dallhammer (Referatsleiter SMUL) beleuchte die Tagungsthematik aus wasserrechtlicher Sicht, Herr Herrmann vom Sächsischen Oberbergamt aus Sicht der Bergbehörde. Herr Dr. von Daniels (Freshfields Bruckhaus Deringer LLP) zeigte den etwas anderen Blickwinkel der Bergbauunternehmen auf. Die herauf einsetzende spannende Diskussion wurde bis in die Pause hinein fortgesetzt.

 

 

Der Vortragsblock 2 unter der Moderation von Herrn Dr. Schwan (Landesdirektion Sachsen) widmete sich den Prozessanalysen und Prognosemodelle aus der Forschung. Herr Prof. Luckner vom Grundwasser-Zentrum Dresden gab hier zu einen themenbezogenen Überblick, der von Herrn Dr. Bilek (ebenfalls vom Grundwasser-Zentrum Dresden) mit laborativen und modelltechnischen Werkzeuge der großräumigen Güteprognose untersetzt wurde. Herr Dr. Hoth (TU Bergakademie Freiberg) stellte die Ergebnisse von Inventar- und Stofftransportmodellen zum langfristigen Sulfatverhalten im Südraum Leipzig vor. Herr Prof. Grischek (HTW Dresden) zeigte die Prozessanalyse und Einsatzgrenzen der unterirdischen Enteisenung in der Lausitz auf.

 

 

In Vortragsblock 3, moderiert von Herrn Dr. Eckardt (SMUL), wurden Fallbeispiele der Mengensteuerung vorgestellt. Herr Prof. Beims (Grundwasser-Zentrum Dresden) realisiert die Zustandsverbesserung der Pleiße durch Minderung der Übertritte stark eisenhaltiger Grundwässer mittels Reduktion der Grundwasserneubildung. Dies konnten sich die Teilnehmer später bei der Exkursion im Gelände anschauen. Weitere Fallbeispiele wurden aus dem Bereich des ehemaligen Uranerzbergbaus (Herr Dr. Baacke, Wismut GmbH), des Salzbergbaus (Herr Dr. Sommer, Grundwasser-Zentrum Dresden) und des aktiven Braunkohlenbergbaus (Herr Dr. Koch, Vattenfall Europe Mining AG) präsentiert.

 

 

Die abendliche Fachdiskussion auf der Elbe in einem der klassischen Schaufelraddampfer fand diesmal bei schönstem Wetter, wenn auch bei Niedrigwasser statt.

 

 

Dr Vortragsblock 4 unter der Moderation von Herrn Prof. Dr. Weiß (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ), fokussierte am zweiten Tagungstag die Gütesteuerung. Diese wurde von Herrn Dr. Hildmann (FIB e.V.) am Beispiel des LMBV-Projektes Ruhlmühle, von Herrn Dr. Jenk (Wismut GmbH) an Hand der Uranerzgrube Königstein und Herrn Dr. Giese (Grundwasser-Zentrum Dresden) zur Direktgasinjektion zum in-situ Rückhalt organischer Schadstoffe behandelt.

 

 

Im letzten, dem Vortragsblock 5, moderiert von Herrn Dr. Freytag (LBGR), ging es ganz konkret um Fallbeispiele zum Eisenrückhalt in der Lausitz.

 

 

Abgerundet wurde die Fachveranstaltung durch eine Poster- und Firmenausstellung.

 

 

Eine Exkursion in das Mitteldeutschen Braunkohlenrevier bildete den fachlichen Abschluss der Tagung. Stationen der Exkursion waren die Versuchsfläche VF 1 auf der Kippe Witznitz, die Lysimeterstation auf der Kippe Witznitz, die Pleiße, die direkt durch die Kippe Witznitz verläuft, die Biogasanlage Kahnsdorf, die Blaue Lagune des Hainer Sees und das Trachenauer Wehr. Zu danken ist der LMBV GmbH (Herr Schlottmann, Herr Dr. Weber), Herrn Prof. Beims (Grundwasser-Zentrum Dresden) sowie Frau Winkler (SMUL) für die fachkundige Unterstützung und interessanten Erläuterungen bei dieser Fachexkursion.

 

 

Die Langfassungen der Vorträge werden wieder in den Proceedings des DGFZ e.V. (ISSN 1430-0176, voraussichtlich Heft 51) publiziert.

 

 

Claudia Helling
Grundwasser-Zentrum Dresden
www.gwz-dresden.de