Dresdner Grundwassertage 2011
Tagungsbericht zu den Dresdner Grundwassertagen 2011
Wasser-Experten diskutierten in Dresden die Wirkungen steigenden Grundwassers
Am 16./17.05.2011fanden im Dresdner Rathaus die Grundwassertage 2011 statt. Rund 260 Experten aus Wirtschaft, Behörden und Forschung folgten der Einladung des Grundwasser-Zentrums Dresden, um sich zu den „Wirkungen des Grundwasseranstiegs in den Bergbaufolgelandschaften auf die oberirdischen Gewässer, Feuchtgebiete, Bauwerke und andere Rechtsgüter“ auszutauschen. Die hochkarätig besetzte Fachtagung stand unter der Schirmherrschaft des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) und wurde in Kooperation mit dem BWK Landesverband Sachsen und der TU Dresden, Institut für Grundwasserwirtschaft durchgeführt.
Zu Beginn der Veranstaltung wurde traditionell der nunmehr 10. Dresdner Grundwasserforschungspreis an herausragende Dissertationen verliehen. Der Vorsitzende der Vergabe-Jury, Herr Prof. Rudolf Liedl (TU Dresden, Institut für Grundwasserwirtschaft) beglückwünschte dazu Herrn Dr. Benjamin Creutzfeldt vom Deutschen GeoForschungszentrum Potsdam sowie Herrn Dr. Michael Glöckner (ARCADIS Deutschland GmbH), der seine Arbeit am Dresdner Grundwasserforschungszentrum e.V. erstellte.
In den anschließenden Fachvorträgen wurden die vorteilhaften wie auch nachteiligen Folgen des Grundwasser-Wiederanstiegs aufgezeigt, in denen nicht nur Risiken sondern auch Chancen gesehen werden können.
In einem ersten Vortragsblock wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen abgesteckt – sowohl aus wasserrechtlicher (Herr Dallhammer, SMUL) als auch bergrechtlicher Sicht (Herr Herrmann, sächsisches Oberbergamt) sowie in Bezug auf die WRRL (Herr Dr. Eckardt SMUL). Herr Dr. Gerdes (BGS Umwelt) plädierte für die Berücksichtigung der Folgen hoher Grundwasserstände in der Bauplanung mit Bezug auf das BWK-Merkblatt 8 (2009) „Ermittlung des Bemessungsgrundwasserstandes für Bauwerksabdichtungen“.
Im zweiten Vortragsblock wurden strategische Lösungsansätze aus der Sicht der großen Bergbau- und Sanierungsbetriebe LMBV (Herr Scholz), MIBRAG (Dr. Jolas), WISMUT (Dr. Mann) sowie RWE-Power (Prof. Forkel) vorgestellt.
Anschließend wurden Prognosetools für die Grundwasserstands- und Grundwasserbeschaffenheitsentwicklung näher beleuchtet.
Der zweite Tag stand im Zeichen der Maßnahmebeispiele zur Minderung nachteiliger Folgen sowie zur Ausnutzung der vorteilhaften Folgen des Grundwasserwiederanstiegs. Ein Beispiel für die vorteilhaften Auswirkungen ist das Leipziger Neuseenland. Herr Prof. Berkner vom RPV Westsachsen zeigte sehr lebendig die Erhöhung der Folgenutzungstandards durch Vernetzung der Tagebaufolgeseen auf.
Im Rahmen der Vorträge wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass die urbane Erschließung während der Grundwasser-Absenkung für den Braunkohle-Abbau Kohle Gebiete eingenommen hat, die vor den bergbaulichen Maßnahmen auf Grund der natürlichen Vernässung nicht bebaut worden waren. In solchen Fällen kann die Einstellung des Bergbaus nicht für mögliche Schäden verantwortlich gemacht werden, die mit dem wiederansteigenden Grundwasser auf vorbergbauliches Niveau einhergeht. Vielmehr liegt hier die Verantwortung bei den Planern und Architekten der Baugebiete. Gleichwohl wurde im Rahmen der Vorträge auf Lösungsmöglichkeiten wie Drainagen, Abdichtungen aber auch Gebäudeanhebungen hingewiesen.
Abgerundet wurde die Fachveranstaltung durch eine informative Poster- und Firmenausstellung sowie eine Exkursion in die Lausitzer Bergbaufolgelandschaft unter Führung der LMBV mbH sowie die traditionelle Dampferfahrt auf der Elbe.
Die Langfassungen der Vorträge werden wieder in den Proceedings des DGFZ e.V. (ISSN 1430-0176, voraussichtlich Heft 44) publiziert.
www.gwz-dresden.de